Die Regeln des Zonienwaldes

Weshalb sind unangeleinte Hunde eine Bedrohung für Tiere im Wald? Warum hat das Verlassen der Wege für den Wald fatale Folgen? Weshalb sollten Wasservögel besser nicht gefüttert werden? Lernen Sie die XII Regeln für den Zonienwald kennen.

I. Lassen Sie Blumen blühen und Pilze wachsen.

„Egal, wie klein sie auch sein mögen – wenn Sie eine Blume oder einen Pilz pflücken, stören Sie das natürliche Gleichgewicht im Wald. Bienen sammeln den Nektar in den Blüten und sorgen dadurch für Bestäubung. Pilze bauen totes Holz ab und liefern dadurch wichtige Nährstoffe für andere Pflanzenarten. Und für Waldtiere wie Eichhörnchen, Mäuse und Käfer sind Pilze eine nahrhafte Speise.“

II. Auch die Tiere genießen die Ruhe. Seien Sie bitte nicht zu laut.

Nicht nur Menschen wissen die Ruhe im Wald zu schätzen. Für viele Tiere ist ausreichende Ruhe sogar lebensnotwendig. Zug- und Brutvögel z.B. benötigen ihre Energie, um Junge aufzuziehen oder den anstrengenden Flug nach Afrika zu bewältigen.

III. Halten Sie Ihren Hund an der Leine.

Jedes Jahr finden Förster im Zonienwald Rehe, die von einem unangeleinten Hund getötet wurden. Wenn wir möchten, dass der Wald ein sicheres Zuhause für Rehe bleibt, dann müssen Hundebesitzer ihre Vierbeiner immer an der Leine halten. Auch andere Erholungssuchende wissen das zu schätzen. Manche Menschen haben nun einmal Angst vor Hunden. Auch sie haben das Recht auf einen ruhigen Spaziergang in der Natur.

IV. Bestaunen Sie die majestätischen Bäume im Zonienwald, aber bekritzeln Sie sie nicht.

Wenn man Bäume bekritzelt, ist es dasselbe, als wenn man sie verwundet. Durch die Wunde können Schimmelpilze und Insekten in den Baum gelangen und ihn dadurch schwächen.

V. Halten Sie den Wald sauber. Nehmen Sie Ihre Abfälle mit nach Hause.

Abfälle im Wald verschandeln die wunderschöne Landschaft und verärgern andere Waldbesucher. Außerdem ist die Vermüllung der Landschaft schlecht für Mensch, Tier und Natur. Der Boden kann verschmutzen und Tiere fressen den Müll auf oder verheddern sich darin.

VI. Bleiben Sie auf den Wegen und zertrampeln Sie den Boden nicht.

Wenn häufig über den Waldboden gelaufen wird, wird dieser zusammengepresst und schließlich hart. Wasser und Luft können nicht mehr bis zu den Wurzeln von Pflanzen und Bäumen vordringen. Die Wurzeln fangen an zu verrotten, und die Bäume sterben schließlich ab. Wer die Wege verlässt, beschädigt außerdem anfällige Pflanzensorten und stört die Waldbewohner.

VII. Sorgen Sie für Sicherheit und machen Sie kein Feuer. Ein Feuer verbreitet sich schnell.

In Trockenperioden reicht eine Zigarettenkippe aus, um den Wald in kürzester Zeit in Flammen zu setzen. Darum ist es streng verboten, im Wald ein Feuer zu machen.

VIII. Schauen Sie sich die Wasservögel an, aber füttern Sie sie nicht.

Wilde Tiere finden genug Futter in der Natur. Das Füttern von Wasservögeln scheint eine gute Tat zu sein, aber Brot ist zu einseitig und enthält nicht die Nährstoffe, die die Tiere benötigen. Außerdem verrottet das Brot im Wasser und der Teich wird zu einem Brutherd für Bakterien. Diese verursachen schwere Krankheiten wie Botulismus. Die Folgen sind Lähmungen oder sogar der Tod.

IX. Wählen Sie den richtigen Weg für Ihre Aktivität: Spazierengehen, Fahrradfahren, Reiten etc.

Im Zonienwald wurden für jeden Besucher passende Wege angelegt. Jeder Erholungssuchende kann diese zur sicheren und bequemen Ausübung seines Sports nutzen. Für die Sicherheit anderer Besucher ist es wichtig, dass Reiter, Fahrradfahrer und Spaziergänger auf ihren jeweiligen Wegen bleiben. Bellende Hunde auf einem Reiterpfad oder eine schwangere Frau mit Kinderwagen auf einer steilen Mountainbike-Piste sind Beispiele für gefährliche Kombinationen.

X. Lassen Sie totes Holz liegen. Es wird gern von Tieren und Pflanzen als Zuhause genutzt.

Totes und modriges Holz fördern die Biodiversität im Wald. Es ist eine Nahrungsquelle für viele Mikroorganismen und wirbellose Tiere und bildet so ein wichtiges Bindeglied im Ökosystem des Waldes. Tiere wie Salamander, Fledermäuse und Baummarder nutzen liegende oder stehende tote Bäume häufig als Unterschlupf.

XI. Halten Sie exotische Tiere und Pflanzen vom Zonienwald fern.

Der Kampf gegen exotische Pflanzen wie die Amerikanische Traubenkirsche und den Japanischen Staudenknöterich in unseren Wäldern kostet Beträge in Millionenhöhe. Sie verbreiten sich rasend schnell und verdrängen die einheimischen Pflanzen. Derzeit haben wir die Situation noch unter Kontrolle. Aber in anderen Wäldern im Land haben die invasiven Pflanzen die Oberhand gewonnen.

XII. Genießen Sie den Wald, aber respektieren Sie auch die anderen Waldbesucher.

Diese Regel fasst eigentlich alle anderen Regeln gut zusammen. Wenn Sie Respekt für die Natur und für andere Besucher zeigen, kann jeder den Wald optimal genießen – und das noch viele Generationen lang.