Zonienwald erhält neues Naturreservat in Terhulpen

22,29 Hektar charakteristischer Buchenwald in der Nähe des Schlosses von Terhulpen: das ist das neue Naturreservat Le Ticton. In diesem geschützten Teil des Zonienwaldes wird sich die Natur von nun an frei entfalten können.

Buchenwald

© Michelle Martinon

 

Auf Initiative des wallonischen Ministers für Natur René Collin hat die Wallonische Region die Errichtung des Naturreservats Le Ticton genehmigt. Le Ticton besteht aus alten Buchenbäumen – die meisten sind 150 bis 200 Jahre alt. Die Buchen sind etwa 40 Meter hoch und bilden eine ehrwürdige Buchenkathedrale, einzigartig in Belgien und kennzeichnend für den Zonienwald. Das Reservat soll die charakteristischen Pflanzenarten des Waldes schützen und der Waldboden soll unbehelligt bleiben.

Invasive Arten

Die Natur kann sich in Le Ticton ungestört entfalten. Im Laufe der Zeit werden die ältesten Bäume von sich aus umfallen und neuen Sprösslingen Platz und Nährstoffe bieten. Auch zahlreiche andere Pflanzen und Tiere werden das tote Holz schätzen, da es für sie Nährboden bedeutet. Pilze zum Beispiel. Die kerzengerade Buchenkathedrale wird dadurch ein wenig unübersichtlicher werden, aber dafür wird sich Biodiversität entwickeln. Menschliche Eingriffe sind im Naturreservat nicht mehr zugelassen, mit Ausnahme zur Bekämpfung von invasiven Arten oder um Bäume zu fällen, die beispielsweise zu nah an öffentlichen Wegen stehen, was eine Gefährdung darstellen kann.

Unesco                          

Das Naturreservat fügt sich gut in die enge Zusammenarbeit zwischen der wallonischen und der flämischen Region sowie der Region Brüssel-Hauptstadt rund um den Zonienwald ein. Le Ticton wird durch das wallonische ‘Département de la Nature et des Forêts’ verwaltet. Es ist außerdem Teil eines Dossiers, das zum Ziel hat, den Zonienwald als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. 2017 wird die Unesco hierüber entscheiden.